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Die Haken am Smart Meter

Am Smart Meter scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite liefern Netzbetreiber und Stromlieferanten Hymnen an eine neue, digitale Zukunft. Klar: Den Netzbetreibern spart das Gerät Ressourcen, weil es aus der Ferne abgelesen werden kann. Stromlieferanten wiederum hoffen auf gute Geschäfte mit flexiblen Tarifmodellen, bei denen sich der Strompreis je nach Tageszeit ändert.

Auf der anderen Seite befürchten Kritiker möglichen Datenmissbrauch und Kontrollverlust für Konsumenten, denn ein Smart Meter zeichnet den Verbrauch eines Haushalts im 15-Minuten-Takt auf und überträgt die Daten an den Netzbetreiber.

Warum plötzlich neue Zähler?

In einem Stromnetz kann zwar Energie transportiert, aber nicht gespeichert werden. Damit das Netz stabil bleibt, muss jene Menge an elektrischer Leistung produziert werden, die auch abgenommen wird. In passiven Netzen geschieht dies im Prinzip durch die Veränderung der Leistung eines zentralen Kraftwerks. Um neue, dezentrale und in ihrer Leistung unregelmäßige Stromerzeuger wie Windkraft- oder Photovoltaikanlagen integrieren zu können, wird das bislang rein passive Netz zu einem »intelligenten Netz« (»Smart Grid«) ausgebaut. Dieses ermöglicht es im Idealfall, Stromquellen zu- oder wegzuschalten und gleichzeitig Angebot und Verbrauch zu decken. Genau hier, beim Verbrauch, kommt der Smart Meter ins Spiel. Während die alten, mechanischen Ferraris-Zähler für Netzbetreiber nur bei einer manuellen Ablesung Verbrauchsdaten lieferten, sind die neuen, digitalen Zähler in der Lage, jederzeit Daten zu senden oder zu empfangen.

Ob ein solches Smart Grid nun aber wirklich die exakten Verbrauchsdaten jedes einzelnen braucht, ist umstritten. »Ein Kritikpunkt am Smart Meter war, dass der einzelne Kunde für den Netzbetreiber gar nicht so wichtig ist – sondern eine Region, die hinsichtlich Einspeisung und Entnahme im Gleichgewicht bleibt«, erklärt MVÖ-Expertin Nadja Shah. »Dazu braucht es nicht bei jedem Kunden einen Zähler, sondern eine Art Regionszähler. In Deutschland hat man so eine Lösung gewählt. Dort gibt es für die exakten Daten größere Einheiten.«

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